CfP: Spiel|Formen 6: Kooperation

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Kooperation

Call for Papers: Spiel|Formen Heft 6: Kooperation und spielwissenschaftliche Tagung in Siegen

Veranstaltet von der Forscher:innengruppe GamesCoop und der Redaktion der Spiel|Formen
in Kooperation mit der Krönchen Convention.

Einreichungsfrist: 13. Februar 2026

Kooperative Games sind ‘in’ – das zeigt sich nicht nur an den jüngsten Erfolgen herausragender Einzeltitel wie It Takes Two (Hazelight Studios 2021), sondern auch an der steigenden Anzahl von Veröffentlichungen, die auf Steam mit dem “co-op”-Tag versehen werden. Kooperative Spiele wie Peak (Landfall Games 2025) erfreuen sich insbesondere in der Streaming-Szene großer Beliebtheit und werden dort ironisierend als “Friendslop” bezeichnet, setzen sie zur Erzeugung von Spielspaß doch in erster Linie auf die soziale Interaktion zwischen den Kooperationspartner*innen und nicht auf aufwändig produzierte Spielinhalte.
Digitale Spiele schließen so zu ihren analogen Verwandten auf, bei denen Kooperation schon länger Hochkonjunktur hat: Spätestens mit der Veröffentlichung von Matt Leacocks Pandemic (2008), in dem die Spielenden gemeinsam versuchen, die Menschheit vor Superviren zu retten, avancierte das zuvor in erster Linie auf pädagogische Spielkontexte beschränkte kooperative Spielen zu einem kommerziell bedeutsamen Segment der Brettspielbranche.
Angesichts dieses andauernden Hypes widmet sich die sechste Ausgabe der Spiel|Formen dem Thema Kooperation. Dabei sollen unterschiedliche Formen des kooperativen Spielens und der spielerischen Kooperation ebenso untersucht werden, wie das Verhältnis von Spiel und Kooperation an sich.
Konzeptuell greift die Ausgabe dabei zwei Forschungstraditionen made in Siegen auf: Zum einen den namensgebenden Kooperationsanspruch der Spielforscher*innengruppe GamesCoop. Diese gründete sich im Jahr 2009 auf die Einsicht, dass ein so vielschichtiger Untersuchungsgegenstand wie das digitale Spiel kaum in angemessener Weise von einzelnen Forschenden durchdrungen werden könne, Spiele mithin die kooperative Zusammenarbeit der Spielforschenden herausforderten. Ausgehend von dieser Perspektivierung wirft das Heft die methodologische Fragen nach der kooperativen Erforschung von Spielen und spielförmigen Phänomenen auf.
Zum anderen folgt die Ausgabe einem durch den Siegener Sonderforschungsbereich Medien der Kooperation fest in der Medienforschung verankerten Diktum, das alle Medien – und damit auch alle Spiele – als kooperativ verfertigte Kooperationsbedingungen begreift. Spiele werden so als Ergebnis vielfältiger, von Designer*innen, Entwickler*innen und Tester*innen ausgeführter Kooperationsvorgänge lesbar, die anschließend weitere Kooperationen zwischen den Spielenden, aber auch zwischen Modder*innen, Fan-Künstler*innen, Aktivist*innen etc. ermöglichen. Unter dieser Doppelperspektive tritt Kooperation als Forschungszugang und –gegenstand der Spielforschung hervor.
Im Sinne des erweiterten Spielbegriffs der Spiel|Formen laden wir dazu ein, nicht nur kooperative Spiele, Spielhandlungen und Spielmodi in den Blick zu nehmen, sondern auch spielförmige Kooperationsvorgänge im weiteren Sinne, etwa das in der HCI unter dem Stichwort der Gamifizierung diskutierte spielförmige Einüben kooperativer Abläufe im Kontext des Crowdsourcing, des kooperatives Arbeitens oder der sogenannten Co-Creativity.

Wir laden Beiträge ein, die sich unter anderem mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen:

  • Wie werden Spiele kooperativ hervorgebracht?
  • Beschäftigungen mit spezifischen Formen spielerischer Kooperation und ihren Begriffen: couch coop, split-screen coop, PvE usw.
  • Was sind die Bedingungen und Grenzen spielerischer Kooperation?
  • Welche Formen von Kooperation werden durch Spiele ermöglicht? Welche nicht?
  • Wie gestaltet sich kooperatives Spiel in konkreten Spielhandlungen und sozialen Interaktionen aus?
  • Wie fügt sich “Kooperation” in das begriffliche Instrumentarium der Game Studies ein? Wie verhält sich der Begriff zu klassischen Spieldefinitionen?
  • Was sind die spezifischen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexte, in denen kooperative Spiele entstehen?
  • Wie lässt sich “Kooperation” im Spannungsfeld von Individuum und Gemeinschaft oder, aktueller, von Freundschaft und Einsamkeit verorten?
  • Wie lassen sich Spiele kooperativ beforschen? Welche methodologischen Anforderungen stellen sie an Forscher*innengruppen?
  • Wie werden Spiele als Kooperationswerkzeuge genutzt? Welche Rolle spielen sie für Crowdsourcing, kooperatives Arbeiten, Ko-Kreativität u.ä.?
  • Wie stellt sich die Geschichte des kooperativen Spielens dar?

Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge (max. 300 Wörter) sowie eine kurze biografische Notiz (max. 150 Wörter) bis zum 6. Februar 2026 an: info@spielformen.net

Die Tagung wird von der GamesCoop veranstaltet, in Kooperation mit der Krönchen Convention. Tagungsort ist die Universität Siegen. Die Krönchen Convention ist eine Messe, die die Vielfalt der Spielkultur feiert, von Brettspielen über Tabletop und Pen & Paper bis hin zu digitalen Games.

Zeitplan:

  • Einreichung der Beitragsvorschläge: 13. Februar 2026
  • Rückmeldung: 28. Februar 2026
  • Tagung: 17. und 18. Juli 2026
  • (Convention: 19. und 20. Juli 2026)
  • Manuskripteinreichung: 15. August 2026
  • Versenden der Redaktions kommentare an die Autor:innen: 30. September 2026
  • Einreichung der fertigen Beiträge: 11. Dezember 2026
  • Veröffentlichung Anfang 2027

Ausgewählte Beiträge der Tagung sollen in der nächsten Ausgabe des Journals Spiel|Formen veröffentlicht werden, die den Titel Kooperation tragen wird. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2027 geplant. Die Redaktion behält sich eine Auswahl der Beiträge vor. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: info@spielformen.net.